Los- und weiter wachsen lassen

Die Tür der Laube wurde mitten im Lockdown beschriftet…

Der #Mitmachraum ist ein Format, welches ich im Januar 2020 vor der Pandemie entwickelt habe. Gemeinsam mit anderen wurde ein vermüllter Schrebergarten in Bremerhaven-Lehe in einen Gemeinschaftsgarten und dessen Laube als Arbeits- und Ruheraum eingerichtet. Es war eine wirklich wertvolle Zeit mit all den Herausforderungen und Höhen und Tiefen. Gemeinschaftsbildung ist nichts was nur von allein passiert. Es braucht auch gemeinsame Rituale und Ziele. Nach 1,9 Jahren gebe ich die Leitung in frische Hände und bin so dankbar diesen Ort mit eröffnet zu haben. Es ist wirklich toll zu sehen was aus diesem überwuchertem Müllplatz mit Gammelhütte geworden ist und mal gucken, was hier in Zukunft noch wachsen darf!

Ein großes Danke geht an Alle, die dabei mitgewirkt haben <3

Mutige Prioritäten im August

Riesengurke im Gewächshaus, die es sich zwischen Dach und Holzbalken gemütlich machte…

So viele Dinge nehmen wir uns immer wieder vor und dennoch scheint es manchmal wie verhext – es will einfach nicht klappen! Ob die Umsetzung einer Idee ist, der lang verschobene Anruf bei jemanden, das Verhalten von anderen Menschen, was man nicht mehr akzeptieren kann oder eben das gemeinsame Sein im Garten. Aber dann klappt es auf einmal doch.. man setzt Prioritäten… es entsteht ein Freiraum… und es ist wunderschön und man weiß wieder warum man es öfters „einfach-machen“ sollte!

Der Garten ist ein Glück von den schlimmen Schauern nicht zu sehr in Mitleidenschaft geraten, aber die Schnecken haben sich auf einmal wieder immens vermehrt und großen Schaden angerichtet. Viele Beeren sind aufgrund der Feuchtigkeit am Strauch vergammelt. Die Tomaten kämpfen mit dem Wetterschwankungen und wollen nicht so recht reifen. Wir hoffen nun auf die Herbsternte und freuen uns auf die letzten Treffen im Garten, denn mit einem lachenden und einem weinendem Auge wird der von uns liebevoll benannte „Froschgarten“ wieder in private Hände fließen und von einem anderen urban Gardening-Projekt in Bremerhaven-Mitte abgelöst. Da hieß es mutige Prioritäten setzen! Mehr Infos folgen hoffentlich bald! Es war wirklich eine große Freude die Tranformation dieses Ortes und seine Dankbarkeit darüber miterleben zu können. Genießt den Spätsommer und bleibt gesund : )

Die Wende des Sommers

Die Mischkulturbeete erholen sich langsam von den Schnecken…

Nachdem es so lange kühl und feucht war, folgten endlich wärmere Tage mit mehr Sonne. Endlich wuchsen die gepflanzten Sachen – aber auch die Beikräuter daneben :/

Die Erdbeerbabypflanzen haben sich prächtig entwickelt neben unserem Sitzplatz und verdrängen sogar den hartknäckigen Giersch. Die Stachelbeeren tragen dieses Jahr auch! Und sogar die geschenkten Johannisbeeren tragen, obwohl sie als „nichttragend“ vorgestellt wurden… und dann auch noch in weiß! Soooo lecker <3

Die Kürbisse und Zuccinis haben es nun endlich ins Beet geschafft und haben sich von den Schneckenattacken wieder erholt.

Gurken und Tomaten stehen mit Basilikum und Petersilie im Gewächshaus und halten sich gegenseitig die Schädlinge vom Leib.

Beim Nachbarn haben die Anderen fleißig die Hecken und Sträucher gestutzt, so dass auch ein paar andere Winkel des Gartens mal Licht bekommen. Das verändert den ganzen Garten nochmal.

Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Stunden und Grillnachmittage im Garten.
Es ist schön diesen Ort so wachsen zu sehen <3

Dem Sommer entgegenwachsen!

Nachdem es im Frühling nie wirklich wärmer werden wollte und der Mai sehr verregnet war, hatten wir auf den Juni gehofft, um endlich die Jungpflanzen aus ihren Töpfen in die Erde setzen zu können. Leider zeigt sich auch der Juni bisher eher als ein schneckenfreundlicher Monat. Nun denn… Letztes Jahr war um diese Zeit alles ca. 3-4. Wochen weiter, aber es war auch sehr viel wärmer.. okay und auch trockener – was auch nicht so lustig war! Mphf!

Unser Gemeinschaftsgarten liegt im Schwemmlandbereich und verfügt zwar über eine kultivierte Deckschicht aus fruchtbarer Erde, aber darunter befindet sich der sehr ortstypische „Staunässeboden“ für diese Region. Meistens eine Verbindung aus Sand, Schluff, Ton usw. Ab einer gewissen Wassermenge kann dieser zu stehendem Wasser im Garten führen, weil nichts mehr aufgenommen bzw. weitergeleitet werden kann. Manche Pflanzen mögen das gar nicht und verfaulen oder „ertrinken“ wortwörtlich deswegen.

Aber neben all‘ dem Wettermeckern gibt es auch viel Positives zu berichten! Den Blumen scheint das nasse Wetter egal zu sein. Die Blühen nämlich trotzdem mega schön! Und die Beerensträucher sind reicht behangen mit tollen Früchten. Denen hat die Verjüngungskur scheinbar sehr gut getan. Außerdem haben es ein paar Pflanzenschätze heile aus Linz (AT) in unseren Garten geschafft und wurden (bisher) noch nicht als ausländische Delikatesse von den Schnecken auserkohren. Yay!

Mit ungetrübter Zuversicht hoffen wir weiterhin auf die bald erscheinende Sonne (aber nicht gleich mit ’ner Hitzewelle und Sonnenbrand nach 5 min…bitte) und ein paar trockene Tage am Stück, damit wir die mit Liebe vorgezogenen Zuccinis und Kürbisse usw. auch wachsen sehen können und nicht nur das Gras und die Population der Schnecken.

Das ganz unten, in schwarz-rosa-weiß-getüpfelt, ist übrigens keine salatessende Nacktschnecke, sondern ein Schnegel! Die sind super gegen Schnecken! Also bitte nicht totmachen! Danke :*

Es grünt so grün…

… und dann war es auf einmal warm und feucht und alles schießt und will blühen!

Nachdem das mit der Erde super geklappt hat, war die irgendwie schneller als gedacht im Garten verteilt. Wir könnten sicher noch 3 Ladungen verteilen. Es ist schön zu sehen, wie der Garten immer vitaler wird. Die Brombeertriebe lassen sich sehr viel weniger im Beet sehen, als letztes Jahr. Stattdessen sprießen wild überall Ringelblumen, Goldmohn, Borretsch oder die rote Gartenmelde. Das ist irgendwie echt schön zu sehen, das die Pflegen und die Pflanzungen vom letzten Jahr dieses kleine Ökosystem für uns so passend verändern konnten. Die Arbeit im Garten ist im Vergleich zum letzten Jahr nur noch 30% – weil einfach diese ganze Instandsetzung erledigt ist.

Nun ist der Boden schon viel lockerer, so dass wir z.B. nicht mehr umgraben müssen. Er scheint auf viel fruchtbarer/ ausgeglichener zu sein, weil sich die diesjährigen Ansaaten – wohl auch wegen der guten Feuchtigkeit des Aprils – super entwickeln. Alle Beete sind bereits komplett bestellt.

Durch das kleine Gewächshaus haben wir jetzt schon richtig viel Salat und anderes Grünzeug zum Ernten. Sogar der erste samengezogene Lauch und Zwiebeln waren essfertig. Mit etwas Glück können wir in den nächsten Wochen nochmal den ganzen Strauchschnitt vom letzten Jahr häckseln und haben damit dann auch genug Mulchmaterial für die heißen Sommermonate. Die Obstbäume haben extrem schöne Blüten und wir freuen uns schon auf die Früchte und das Gärtnern in ihrem Schatten.

April, April!

Gestern waren es noch 25 Grad im Gewächshaus und das Bedürfnis die weißen Winterarme der Sonne auszusetzen hoch. Heute hat es dann gefroren, gehagelt, gewindet und geschneit. Also macht der April wieder mal was er will 😉

Der Garten hat nun 2 neue Mitglieder:innen und freut sich über deren Begeisterung.

Am Freitag haben wir frische Erde bekommen, um die nun begrenzten Beete etwas anzuheben – wegen der Staunässe und Unkraut. Dazu geben wir bei Neupflanzung immer etwas Erde und Mulchmaterial auf die umgebenden Flächen. Wir sind gespannt, ob das klappt.

Die Pflanzen auf der Fensterbank wollen bei dem Wetter auch noch nicht raus. Ist ok! Wir auch nicht unbedingt 🙂

Die reizvollen Ausblicke des Frühlings

In ein paar Tagen ist Frühlingsanfang und immer mehr schafft es die Sonne durch die Trübheit und Kälte des Winters zu brechen. Die ersten Frühjahrsblüher zeigen ihre Knospen und kündigen wärmere Tage an. Letztes Jahr war die Aktivierung des Gartens im Fokus, dieses Jahr können wir auf das Gemachte & Gelernte aufbauen. Vor allem das Anbauen von verschiedenen Bodenverbesserern hat sich gelohnt. Auch das Einbringen von „gutem“ Saatgut- also essbaren, mehrjährigen Pflanzen/ die sich selber aussähen, wie Rucola, Feldsalat, Kresse, Staudenzwiebeln, Bärlauch, Knoblauch etc. war eine gute Idee. So kann man im Frühjahr neben Giersch auch noch andere Blattsalate finden. Die mehrjährigen Kulturen, wie Beerensträucher und Obstbäume haben sich gut erholt von dem jahrelangen Wildwuchs über ihnen. Die Pflücksalate aus dem Gewächshaus sind bereits beerntbar und auch ein paar Wintergemüse/ Kräuter sind noch am Leben- trotz immenser Minusgrade!

Ein paar Ideen haben wir schon für dieses Jahr, was wir gerne ausprobieren wollen. Das Hügelbeet wird mit vorgezogenen Süßkartoffel bepflanzt und wir hoffen auf erneuten Kurkumaertrag im Gewächshaus. Die Weinreben wurden professionell geschnitten und erholen sich hoffentlich genug, um wieder Früchte zu tragen. Die Tobinambur haben wir wieder aus der Erde geholt, weil die einfach zu stark wuchern und in Pflanztröge umgesiedelt. Stattdessen wollen wir „Yacon“ versuchen. Die wird ähnlich hoch, blüht auch gelb, aber ist weitaus weniger invasiv und meeeega lecker. >>Besser als vorher!<< Das scheint unser Motto für dieses neue Gartenjahr zu werden..Alles wird gut 🙂

Grau-bunter Winter und erster Projekt-Geburtstag!

also, dass der wohl grau wird, damit habe ich ja gerechnet… aber, dass es so düster und nasskalt wird, das hat mich umgehauen. Statt sich den ganzen Tag drinnen zu verkriechen und über irgendetwas oder wen sinnlos nachzudenken, war rausgehen und Aktion angesagt. „Was kann man denn mal jetzt im Garten machen?“ Strukturen verbessern! Die Hütte hatte an einigen Stellen ein paar Reparaturbedürfnisse und auch im Garten selbst waren ein paar Sachen zum Nachbessern. Bzgl. Anbau haben eigentlich alle Sachen gut geklappt. Die Winterkresse und Feldsalat haben sich im ganzen Garten verteilt. Die Wintersalate, der Spinat, Tobinambur, der Portulak, der Mangold und auch die frostfesten Grün- und Palmkohlpflanzen sind immer wieder beerntbar. Im Gewächshaus wächst schon der Salat und die Petersilie für das Frühjahr. Die im Herbst gesetzten Frühblüher melden sich schon durch ihre ersten Spitzen an. Die Vögel essen fleißig ihre Futterknödel und freuen sich über Besuch. Vor allem das Rotkehlchen, welchen mir bei unserem ersten Mal in dieser Gartenparzelle schon aufgefallen war, zeigt sich übermütig neugierig. Vielleicht ist es ja sogar der selbe Vogel?!

Die Hütte hat nun einen Holzofen und ist komplett weiß gestrichen. Das beides macht die Hütte viel einladender und nutzbarer! Um das Gartenjahr gebührend zu feiern werden wir gemeinsam den Holzofen mit Holz und uns mit Glühwein eingeheizen.


Wir freuen uns auf die nächste Saison und hoffen, dass wir noch mehr Garteninteressierte zum Mitmachen einladen dürfen! 👨🏼‍🌾👨🏻‍🌾👨🏾‍🌾🧑🏻‍🌾🧑🏼‍🌾👩🏻‍🌾👩🏾‍🌾👩🏽‍🌾

Die Farben vom Herbst

Langsam fallen die letzten Blätter von den Bäumen. Auf den Beeten wächst es aber weiterhin üppig. Mal gucken, was die Kulturen zum erst Frost sagen werden, der sicher in ein paar Tagen kommen wird 🥶

Lockdown light

Morgendlicher Sonnenaufgang während der Quarantäne im Gartenhäuschen..

Im Garten blühen immer noch viele Blumen. Die Gärten in der Nachbarschaft sind schon eingewintert, verhüllt und abgeschlossen. Bei uns stehen die Beete noch voll mit erntbarem Gemüse. Die Temperaturen waren bisher noch nicht unter Null Grad, aber man merkt ganz deutlich, dass der bunte Herbst sich bereits verabschiedet und dem grauen Winter Platz machen will. Genau in dieser Zeit musste ich aufgrund eines beruflichen Aufenthaltes in einem Risikogebiet in Quarantäne gehen und die eigentlich einzige Möglichkeit dafür war das Gartenhäuschen – ohne Strom, Heizung und fließend Wasser. Das war ziemlich aufregend! Das negative Testergebnis ist dann nach 3 Nächten endlich klar gewesen und ich durfte wieder ins Warme. Die Zeit im Garten konnte ich gut nutzen, um alles winterfest zu machen. Einige Beete mussten noch neu eingesäht werden oder einige Kulturen mit einer Decke aus Laub geschützt werden. Der Kompost vom Sommer musste noch ausgebracht, Stauden geteilt oder umgepflanzt werden und der Pferdemist vom Stadtbauern um die Ecke wollte unter die Bäume und Beerensträucher. Das erste Jahr mit diesem Fleckchen Erde geht nun vorbei. Schade, dass nicht viiiel mehr Menschen diesen Prozess direkt miterleben konnten.

Hoffentlich wird das in der nächsten Saison einfacher!